Bersenbrück
Es duftet nach Pasta-Soßen in den Lehrküchen der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Bersenbrück. Yvonne Lisse dekoriert noch ein paar grüne Blättchen an ihrer Pasta mit Tomaten-Spinat-Soße, während Lorena Wingerberg ihre Nudeln bereits mit einer Lachs-Mascarpone-Soße verfeinert hat. Zwei bis drei Pasta-Soßen soll jede der 29 Teilnehmerinnen kreieren, die am hauswirtschaftlichen Wettbewerb in den BBS unter dem Motto "Hauswirtschaft schafft Lebensqualität - für dich, für mich, für alle" teilnehmen. Mit den Pasta-Soßen allein ist es aber nicht getan. Es warten weitere Prüfungen.
Inklusive Vorbereitung, Kochen, Anrichten und Aufräumen des Arbeitsplatzes hat jede Teilnehmerin für das Kochen genau 60 Minuten Zeit. Darauf achten die acht Prüferinnen - übrigens alle Hauswirtschafts-Meisterinnen aus der Region - ganz genau. Ein bisschen erinnert das an diverse Kochshows im Fernsehen inklusive des aufkommenden Stressempfindens der Teilnehmerinnen. Pasta und Soßen mit Hackfleisch, Schinken, Pilzen, Thunfisch, Schafskäse und etlichen anderen Variationen sind allerdings echt - und ein echter Genuss für die ehrenamtlichen Prüferinnen, die die fertigen Produkte am Ende mit einer ganzen Reihe von Kriterien bewerten müssen. Neben Hygiene, Technik, ökologischen und ökonomischen Aspekten zählt natürlich auch der Geschmack. Denn wenn der unbestechliche Prüferinnengaumen "lecker" feststellt, gibt das garantiert Punkte.
Dieses Kriterium zählt beim zweiten Teil des hauswirtschaftlichen Wettbewerbs allerdings nicht, obwohl es auch da heiß zugeht. Hier geht es um rationelles und fachgerechtes Bügeln. Jede Teilnehmerin hat eine Bluse oder ein klassisches Herrenoberhemd mitgebracht, das am Ende der Bügel-Vorführung ebenso glatt und faltenfrei ist wie die Stirn der zufriedenen Prüferinnen.
Wieso eigentlich bügeln? Kann das nicht jeder? Klar, eigentlich schon. Aber ausgebildete Hauswirtschafterinnen können das besonders effizient, kennen die Bügelregeln und können Arbeitsmittel und Materialien beschreiben. So wie Diana Seiler, die ihre Bügelvorführung mit einer Power-Point-Präsentation beginnt. Wie alle übrigen Wettbewerbsteilnehmer absolviert sie eine dreijährige Ausbildung als Hauswirtschafterin. Deren Arbeitsplätze sind heutzutage unter anderem in Krankenhäusern, Pflegeheimen, sozialen Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Jugendherbergen und Erholungsheimen. Lediglich in der Landwirtschaft sind hauswirtschaftliche Stellen rar geworden. So macht auch nur eine der 29 Teilnehmerinnen ihre Ausbildung in einem bäuerlichen Betrieb.
Alle müssen an diesem Wettbewerbstag aber vier Aufgaben erfüllen und dabei das vielseitige Berufsbild der Hauswirtschaft darstellen. Neben der Nahrungszubereitung in Form von Pasta-Soßen und der Bügelvorführung müssen die angehenden Hauswirtschafterinnen Trockenprodukte bestimmen und viele Fragen beantworten können, Fachrechnen inklusive - ein gutes Training für weitere Prüfungen.
Maximal 100 Punkte sind zu erreichen, Diana Seiler schafft es mit 97 Punkten an die Spitze, gefolgt von Tatjana Friedrich und Jennifer Berling auf Platz zwei und drei. Diana Seiler wird außerdem am Landeswettbewerb teilnehmen.